So wie wir jetzt leben, kommen wir nicht durch dieses Jahrhundert

Marius Wiher, Leiter Arbeitsgruppe Bau und Energie, SP:PS November 2021

Die Überflutungen diesen Sommer haben offensichtlich gemacht, dass der Klimawandel bereits heute bei uns vor der Haustüre stattfindet. Die «Naturereignisse» verursachen ungeheure Kosten und zerstören Leben. Der 30 Milliarden schwere «Fluthilfefonds» in Deutschland kann kaum über die 200 Toten hinwegtäuschen.

Gleichzeitig wurde im Sommer die neuste Studie zur biologischen Vielfalt publiziert. Diese stellt erschreckenderweise fest, dass das Überleben von zwei Dritteln der Insekten gefährdet ist. Für die Landwirtschaft – und unser Essen – sind dies katastrophale Neuigkeiten. Das Auto ist gleich doppelt für dieses Desaster verantwortlich.

Erstens verbraucht das Herstellen und der Betrieb von Autos – egal ob mit Verbrennungs- oder elektrischem Antrieb, nicht nur viele Rohstoffe, sondern produziert auch viel CO2. Es ist nicht nachhaltig, ein 1.5 Tonnen schweres Fahrzeug zu bewegen, um meistens nur einen Menschen zu transportieren.

Zweitens ist der Landverbrauch durch das Auto enorm. In der Schweiz gibt es geschätzt etwa 10 Millionen Parkplätze. Sie dienen ausschliesslich dazu, das Auto während 90% seiner Lebensdauer auf versiegelten Flächen abzustellen. Auf solchen Flächen kann bei Starkregen das Wasser nicht versickern. Gleichzeitig wurden dafür wichtige Naturflächen verbaut, die zur Förderung d er Biodiversität hätten beitragen können.

Als ökologische Partei müssen wir hier gegensteuern. Wir müssen von der Idee wegkommen, dass mehr Strassen und Parkplätze die Lösung unserer Probleme sind. Und wir müssen uns eine Stadt ohne Auto vorzustellen beginnen.

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